Bürgermeister in Haßlinghausen

Für einen Zugewanderten außerordentlich schnell beteiligte sich Wilhelm Kraft aktiv am politischen Leben in seiner Gemeinde:

  • Seit 1910 war er als Gemeindeverordneter (eine Art Ratsherr) der Gemeinde Haßlinghausen tätig: Der Glasschleifer Wilhelm Kraft wurde nach den Gemeindevertreterwahlen vom 24. November 1909 vom Amtmann des Amtes Haßlinghausen, von Aster, zum Gemeindeverordneten der Gemeinde Haßlinghausen erklärt. Er war also eine Art Ratsherr, wie man heute sagen würde. Die Zusammensetzung der Gemeinderäte war in dieser Zeit natürlich nicht demokratisch, denn es herrschte ein Dreiklassenwahlrecht; nur zwei von sechs Gemeindeverordeten in Haßlinghausen waren aus Arbeiterkreisen. Erstmals nahm W. Kraft am 2. Juli 1910 als Gemeindeverordneter an einer Gemeinderatssitzung teil.
  • Ab 1919 war Wilhelm Kraft Gemeindevorsteher, etwa unserem heutigen Bürgermeisteramt entsprechend; er blieb Gemeindevorsteher bis zu seinem Rücktritt 1932. Ab 1919 hatten aufgrund des nun demokratischen Wahlrechts in Haßlinghausen die Sozialdemokraten die Mehrheit; die Bevölkerung war ganz überwiegend proletarisch und wählte entsprechend. Die Tätigkeit des Gemeindeverordeten war ehrenamtlich; es ist nicht bekannt, ob damals eine Aufwandsentschädigung gezahlt wurde.
  • Ab 1921 gehörte Kraft zu den (ehrenamtlichen) Beigeordneten des Amtes Haßlinghausen und zu den Vertretern der SPD im Schwelmer Kreistag.

Am 2. Februar 1932 erklärt Wilhelm Kraft seinen Rücktritt vom Amt des Gemeindevorstehers. Diese Stelle bleibt daraufhin bis 1933 vakant (unbesetzt).

Erklärung des Rücktritts vom Amt des Gemeindevorstehers am 02.02.1932