Sexualpädagogisches Projekt „Räume der Vielfalt“

Oft spannend, manchmal ziemlich witzig und auf jeden Fall informativ!

In diesem Schuljahr startete zum dritten Mal in Folge ein ganz spezielles Projekt für die Mädchen und Jungen des 9. Jahrgangs an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule. Am 19. und 20. Januar 2015 nahmen die Klassen an verschiedenen Workshops rund um die Themen Liebe, Körper, Sexualität teil.

Gemeinsam mit Markus Chmielorz und Marta Grabski von der Rosa Strippe e. V., Geraldine Dura von der ProFamilia EN-Südkreis und Jan Winter und Gianna Chanel vom YouTube-Kanal „61 Minuten Sex“ bot unser Team Schulsozialarbeit den Jugendlichen Einblicke in die verschiedenen Themenbereiche der Sexualität. Dabei wurde in geschlechtergetrennten Gruppen mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet. Die Mitarbeiter/innen der Rosa Strippe, die mit ihrem Projekt SchlAu Aufklärungsarbeit an Schulen machen, beantworteten Fragen zu Homosexualität und Outing. Sie stellten fest, dass viele der Jugendlichen bei den Diskussionen hervorheben, dass es ihnen wichtig ist, dass wir Schule der Vielfalt sind. „Sie sagen aber auch, dass es leider dennoch blöde Sprüche gegen Homosexuelle gibt.“ so Studentin Verena, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin die Aufklärungsarbeit unterstützt. Die neue Schul-AG „Vielfalt“, Nachfolger der “ProHomo-Gruppe“, wird am Aktionstag „Schule gegen Rassismus - Schule der Vielfalt“ gemeinsam mit Marta Grabski Infoworkshops für einige der 7. Klassen anbieten.

Viele der Themen wurden schon im Unterricht behandelt, deutlich wurde das vielen Schüler/innen bei dem zusammenfassenden Quiz, mit dem bei Lena Hilgendiek, Christine Niephaus und Daniel Wiese u. a.  gearbeitet wurde. Viele Fragen konnten schnell beantwortet werden. Dabei ging es hier auch um Bereiche, bei denen es nicht um falsch oder richtig, sondern um die eigene Meinung geht. Eine Schülerin stellte fest, dass sie vieles über die angesprochenen Themen schon wusste, aber „es ist interessant zu erfahren, was die anderen so zu erzählen haben. So viel wissen wir ja gar nicht übereinander.“ Viel diskutiert wurde über Körper und Verhütung. Diese Themen waren ebenso wie die Übertragungswege von HIV und anderen Krankheiten auch der Hauptbestandteil des Workshops bei Geraldine Dura. Sie steht den Schülerinnen und Schülern als Youthworkerin der ProFamilia auf Anfrage zur Verfügung und besucht Klassen. Auch hier arbeitet sie in der Regel geschlechtergetrennt. Natürlich waren, was den Promifaktor betrifft, die Stars von „61 Minuten Sex“ ganz weit vorne und  mussten viele Autogramme schreiben. Jan Winter (nicht mit Dr. Sommer zu verwechseln), wurde diesmal von seiner Mitarbeiterin Gianna nach Haßlinghausen begleitet. Die angehende Sexualpädagogin schnupperte das erste Mal Praxisluft und hospitierte in den anderen Workshops. Lena Hilgendiek, die speziell für die sozialpädagogische Beratung der Jahrgänge 9/10 zuständig ist, hatte wieder die Gesamtorganisation übernommen und war sehr zufrieden mit den Reaktionen der teilnehmenden Klassen. „Wir brauchen natürlich immer die Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Schülerinnen und Schüler, um die Inhalte des Projekts regelmäßig zu überarbeiten.“

Christine Niephaus