Begegnung mit Südafrika - Ein Kindernothilfe-Projekt präsentiert sich an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule

Der lange angekündigte Besuch der Musik-Theatergruppe von YFC Kwa Zulu Natal aus Südafrika fand am 5.11. 2013 statt. Für  unsere Gäste war das nasse und kalte Wetter in Deutschland sehr gewöhnungsbedürftig, denn in Südafrika sind jetzt Sommerferien, aber ihrer Aufgeschlossenheit tat das keinen Abbruch. Die 6-köpfige Gruppe kam ziemlich zu Beginn ihrer  2-wöchigen Tour nach Haßlinghausen. Für über 300 Schüler/innen aus mehreren Jahrgängen spielten sie sogar zwei Shows im Martin-Luther-Haus. Die energiegeladenen Tanz- und Musikeinlagen begeisterten die Schülerinnen ebenso wie das schauspielerische Talent der „Chance Agents“.  Mareike, die mit dem Darstellen-und-Gestalten-Kurs da war, gefiel besonders, dass über das Thema HIV/Aids aufgeklärt wurde und gleichzeitig so viel Aktion auf der Bühne stattfanden, dass es kein bisschen langweilig wurde. „Ich war sehr berührt von emotionalen Spiel in den traurigen Szenen, in denen die Schicksale von jungen Menschen dargestellt wurden“, sagte ihre Freundin Maya und auch andere im Saal waren sichtlich ergriffen.

In ihrer Heimat tourt diese Gruppe durch die Schulen der Townships, mit einem pädagogischen Konzept zur Aufklärung über die Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten, was bei der dortigen prekären Situation von großer Wichtigkeit ist. Immerhin ist Südafrika trauriger Rekordhalter bei der Zahl der  jährlichen Neuansteckungen. Viele Kinder kommen bereits infiziert auf die Welt, was mit der rechtzeitigen Einnahme von Medikamenten durch die Mütter verhindert werden kann. Aber die sind für den größten Teil der Betroffenen nicht bezahlbar, deshalb sammeln verschiedene Organisationen Unterschriften für die Kampagne „Versprechen halten“, die Regierungen der reicheren Länder an ihre Zusagen erinnern, Impfstoffe und Medikamente mit zu finanzieren, um diese Pandemie einzudämmen.

Bei der Nachbesprechung erklärt Sane, die schon einige Jahre als Chance Agent tätig ist, dass HIV/Aids in ihrer Heimat immer noch ein Tabuthema ist, auch wenn inzwischen Kondome kostenlos an vielen Orten zu bekommen sind.

Die Informationen über die Apartheid und die Bedeutung der Person Nelson Mandela fanden viele Zuschauer sehr wichtig und interessant. Wenn zu Zeiten der Apartheid viele Menschen im Kampf gegen die Unterdrückung durch das weiße Südafrika ihr Leben verloren, so ist es heute die Krankheit, an der jedes Jahr Tausende von Menschen sterben, daher der Titel: „What`s killing us now?- Was tötet uns heute?“

Auf die Frage nach der Motivation zur Mitarbeit an diesem Projekt berichten Smanga und Khetu, die beiden männlichen Darsteller, dass sie selbst vor wenigen Jahren als Schüler an diesem Projekt teilnahmen.  Seitdem sind sie von der Wichtigkeit des Projekts überzeugt und bewarben sich nach ihrem Highschool-Abschluss  bei den Chance Agents. Die meisten Teilnehmer arbeiten als Freiwillige eine Weile bis sie ein Studium oder eine Ausbildung beginnen, so dass jedes Jahr neue junge Männer und Frauen zur Gruppe dazu kommen und die Aufklärungsarbeit fortführen.

Aber auch die Tänze der Gruppe waren Thema der Fragen. Robin, der die Stufe 13 besucht, wollte wissen, ob die kraftvollen Bewegungen typisch für Südafrika sind und welche Bedeutung sie haben. Wie er stellten fast alle Schülerinnen und Schüler ihre Fragen auf Englisch.

Nach den Aufführungen und in der anschließenden Lehrerkonferenz wurde das Projekt mit Spenden in Höhe von € 233,92 bedacht.

Besonders erfreulich wäre es, so Lennart Wallrich, der das Projekt für die Kindernothilfe e.V. begleitet und vielen Schülerinnen und Schülern schon aus den Vorbereitungs-Workshops bekannt war, wenn diese sich weiterhin mit Aktionen beschäftigen, die den Kampf gegen HIV/Aids unterstützen. Die Organisation, die ihren Sitz in Duisburg hat, steht dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite. Als Mitorganisatorin von Seiten der Schule würde ich mir wünschen, dass das eine ähnliche Tradition werden könnte, wie die nun im 4. Jahr stattfindenden Veranstaltungen der „Aktion!Kidz“ in den Jahrgängen 5 und 6.

Christine Niephaus, Fachkraft für Schulsozialarbeit