ZEUS: Skinhead-Party endete mit einer Schlägerei

Westfälische Rundschau (WR)

ZEUS - Zeusteam

Skinhead-Party endete mit einer Schlägerei

Schwelm/Südkreis. Eine Skinhead Geburtstagsfeier endete in einer Gevelsberger Kneipe mit einer Schlägerei, und kürzlich als weitere Konsequenz vor dem Jugendschöffengericht in Schwelm.

Der Staatsanwalt beschuldigte einen 19-jährigen Schwelmer der schweren Körperverletzung. Der arbeitslose Skinhead soll einem 34-jährigen Kneipenbesucher im Verlauf eines Streits einen Stuhl über den Rücken geschlagen und dann den Mann mit einem Bierglas am Hals verletzt haben.

Der 19-Jährige gab vor Gericht die Tat zu und schilderte auf Befragung durch den Vorsitzenden Richter den Ablauf des Abends: Zusammen habe man sich mit neun Freunden gegen 20 Uhr in einer Gevelsberger Kneipe getroffen. In einem rückwärtig gelegenen Billardraum wurde der Geburtstag eines Kumpels gefeiert. Dabei sei kräftig gebechert worden.

Frau wurde angepöbelt

Gegen zwei Uhr eskalierte dann offensichtlich die Lage: Ein Kneipengast, die Frau des späteren Opfers, wollte die Skinheadgruppe Richtung Toilette passieren. "Einer meiner Kollegen hat die Frau dann angepöbelt, warum weiß ich nicht", erinnerte sich der Beklagte. Darufhin sei der Mann der Beschimpften hinzu gekommen und habe seinen Kumpel angegriffen und geschlagen. Dem habe er dann helfen wollen: "Ich hab einen Stuhl genommen und dem Mann über den Rücken geschlagen." Der habe daraufhin ihn angegriffen, auf den Billardtisch geschubst und festgehalten. "Da hab ich ihm eins mit einem rumstehenden Bierglas übergezogen", so der 19-Jährige weiter.

Von den neun geladenen Zeugen musste letztlich nur das Opfer vor Gericht aussagen. Der 34-jährige Gevelsberger schilderte den Fall eine wenig anders. Er gab zwar zu, die körperliche Auseinandersetzung begonnen, und einen Skin geschubst und festgehalten zu haben, "weil die meine Frau ohne Grund belästigt haben." An durch ihn ausgeteilte Schläge konnte er sich aber nicht erinnern.

Trotz der erlittenen Verletzungen verzichtete der Gevelsberger darauf, ein Schmerzensgeld einzufordern. Er verlangte lediglich als "Entschädugung" eine Entschuldigung von Seiten des Beklagten, die dieser darauf auch vorbrachte.

Das Jugendschöffengericht wertete bei der Urteilsfindung als strafmildernd, dass der 19-Jährige zuvor noch nie polizeilich aufgefallen sei. Es verurteilte den Schwelmer letztlich zu 40 Sozialstunden, die in einem Altenheim abgeleistet werden müssen.

Kim Katrin Schader, Caroline Bansemir, Klasse 8c, Gesamtschule des EN-Kreises.

16.12.2002 / LOKALAUSGABE / SCHWELM