ZEUS: In Wetter beim "Ersten Bürger der Stadt"

Westfälische Rundschau (WR)

ZEUS - Zeusteam

Kommunalpoliitker Werner Laberenz ist seit 1997 hauptamtlicher Bürgermeister und somit auch Leiter der Stadtverwaltung

In Wetter beim "Ersten Bürger der Stadt"

[Foto] Bürgermeister von Wetter: Werner Laberenz in seinem Dienstzimmer im Rathaus. (Zeus-Bild: Möers/ Kaddatz)

Wetter. Zeus-Reporter interviewten den Bürgermeister der Stadt Wetter, Werner Laberenz im Rathaus. Sie waren überrascht, was ein Bürgermeister so alles machen muss.

Zeus: Wann sind Sie in die Politik eingestiegen? Werner Laberenz: "Interesse an der Kommunalpolitik habe ich spätestens seit meiner Studienzeit. Ich habe nach dem Abitur (1959) Germanistik, Geschichte und Philosophie in Erlangen, Tübingen, Köln und Münster studiert. Aktiv tätig bin ich in der Kommunalpolitik seit 1969. Zwanzig Jahre später wurde ich von den Bürgerinnen und Bürgern in den Rat der Stadt Wetter gewählt."

Wann sind Sie zum ersten Mal als Bürgermeister gewählt worden? "Vor fast sieben Jahren, im Januar 1996, wurde ich zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt gewählt, am 22. Mai 1997 dann zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister. Damit wurde ich auch Leiter der Stadtverwaltung."

Was für ein Gefühl war das? "Ich hatte anfangs durchaus Respekt vor dem Amt, denn als Bürgermeister trägt man hohe Verantwortung. Ich habe mich aber auf diese Arbeit von Anfang an gefreut, denn man kann eine Menge zum Wohl der Stadt und der Bürger, die hier leben, erreichen."

Was müssen sie eigentlich alles so machen? "Als "erster Bürger" der Stadt habe ich repräsentativen Aufgaben. Außerde leite ich die Geschäfte der Stadtverwaltung, wo in Wetter rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Zudem bin ich als Bürgermeister Vorsitzender des Rates der Stadt sowie Vorsitzender des Hauptausschusses. Im Rat werden alle wichtigen Entscheidungen für die Stadt Wetter getroffen."

Wo müssen Sie besonders aufpassen? "Derzeit leiden fast alle Städte und Gemeinden unter finanziellen Problemen, weil die Steuereinnahmen, die die Städte erhalten, zurückgehen. Deshalb ist momentan wichtigstes Ziel, die Verschuldungen der Stadt zu stoppen. Es kann nicht sein, dass man der jungen Generation einen Schuldenberg hinterlässt."

Haben Sie überhaupt noch genug Zeit für ihre Familie? "Als Bürgermeister hat man kaum ein komplett freies Wochenende. Viele Vereine und Verbände laden mich zu ihren Veranstaltungen ein und ich besuche diese Organisationen auch gerne, denn dort kann ich herausfinden, "wo der Schuh drückt". Leider bleibt eher wenig Zeit für die Familie, glücklicherweise sind meine Kinder aber bereits alle erwachsen. Wenn wir uns gemeinsam treffen, dann genießen wir die Zeit miteinander auch sehr."

Wer macht weiter, wenn Sie krank, oder im Urlaub sind? "Den repräsentativen Teil, zum Beispiel den Besuch von Veranstaltungen, übernehmen die beiden gewählten stellvertretenden Bürgermeister. Die Verwaltungsgeschäfte führt der Leiter eines unserer Verwaltungsfachbereiche weiter."

Wie finden Ihre Kinder Ihren Beruf "Sie geben mir zwar manchmal Ratschläge, was man unbedingt besser machen könnte, aber ich glaube, dass sie meinen Beruf mögen und mit mir auch ganz zufrieden sind."

Katharina Möers, Jennifer Kaddatz, Klasse 8e, Gesamtschule des EN-Kreises

09.12.2002 / LOKALAUSGABE / SCHWELM