ZEUS: "Auf Sendung" - Reporter durften beim WDR hinter die Kulissen schauen

Westfälische Rundschau (WR)
Samstag, 16. November 2002

ZEUS - Zeusteam

Spannende Einblicke in den Studio-Alltag der PunktDortmund Fernsehredaktion

"Auf Sendung" - Reporter durften beim WDR hinter die Kulissen schauen

"Voll im Bild": Das Zeus-Reporterteam im Gespräch mit Moderatorin Eva Assmann. (Zeus-Bilder: Esser)

[Foto] Wie eine Raumschiff-Kommandobrücke: Der WDR-Regieraum.

[Foto] Beim "Cutter" werden Bilder und Text abgestimmt.

Südkreis. Lokalzeit, PunktDortmund oder Aktuelle Stunde - für die Zuschauer sehen die Sendungen meist absolut perfekt aus. Dass es hinter den Kulissen aber manchmal ganz schön hektisch wird, konnten Zeus-Reporter jetzt live beim WDR in Dortmund erleben.

Zunächst begrüßte Redakteur Oliver Moohr die Nachwuchsjournalisten, dann erklärte er, wie die tägliche (Mo-Fr) 35-minütige Sendung PunktDortmund geplant wird: "Der Frühdienst liest ab neun Uhr alle Agenturmeldungen durch, telefoniert mit Feuerwehr und Polizei." In einer Redaktionskonferenz kommen dann um 11 Uhr alle freien und festangestellten Journalisten zusammen und machen Themenvorschläge.

"Daraus wird dann die Sendung zusammengestellt", so Oliver Moohr weiter. "Dabei sollten möglichst Berichte aus verschiedenen Bereichen in der Sendung Berücksichtigung finden, wie Polizei- oder Feuerwehreinsätze, Stadtpolitik und auch bunte Geschichten, beispielsweise über einen Bürger, der mit 100 Kaninchen in seinem Haus zusammen lebt."

Wenn der Sendeplan steht, fahren Fernsehteams zu den Drehorten und kehren später mit ihrem Rohfilmmaterial in das WDR-Studio am Mommsenweg zurück. Gemeinsam mit dem Cutter wird der Rohfilm bearbeitet und die interessantesten Bilder werden raus gesucht und zusammen geschnitten. Der Redakteur schreibt dann passend seinen Text zu den Bildern, die er dann später auf den Film aufspricht.

Oliver Moohr erklärte dazu: "Unsere Beiträge sind zwischen zwei bis vier Minuten lang. Generell ist es so, dass man pro Beitrag-Sendeminute zur Auswahl ungefähr das Zehnfache an Rohfilmmaterial braucht."

Regieraum erinnert an ein Raumschiff

Die fertigen Sendebeiträge kommen dann in den Regieraum neben dem Fernsehstudio. Der Regieraum erinnert an die Kommandobrücke eines Raumschiffes: Vor den Programmachern sind riesige Schalttafeln mit unzähligen Schaltern, Drehknöpfen, Hebeln und leuchtenden Lämpchen. An der Wand flimmern 32 Monitore, über die die Kameras während der Sendung gesteuert, Bandbeiträge eingespielt und Liveschaltungen kontrolliert werden.

Der leitende Regisseur muss nicht nur den Ablaufplan der Sendung ständig im Auge haben, sonder auch penibel auf die Zeit achten. Denn auch wenn Gäste im Studio die eingeplante Redezeit überschreiten, muss die Sendung pünktlich nach 35 Minuten enden. Damit überzogene Sendezeit wieder eingespart werden kann, ist die Regie über Funk mit der Moderatorin verbunden.

Eva Assman erhält so für den Zuschauer fast unsichtbar über einen Ohrhöhrer Anweisungen, beispielsweise, dass ihre Anmoderation für den nächsten Sendebeitrag nur fünf statt 15 Sekunden lang sein darf.

Uns hat es persönlich sehr gut gefallen, ab jetzt gucken wir uns die Sendungen mit ganz anderen Augen an.

Isabel Müschenborn, Hussein Jradi, Sascha Wegener, kl. 8c, Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreis

15.11.2002