Die Eignung macht einen guten Arzt aus

Die Eignung macht einen guten Arzt aus

Sprockhövel, 16.11.2007, WAZ

200 Jugendliche der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule Haßlinghausen fühlten den Praktikern bei einem Expertenabend auf den Zahn. - Eine Entscheidungshilfe für die Berufswahl Experten wollen sie mal werden, aber wie? ...

... Um Entscheidungshilfen zu bekommen, nutzten etwa 200 Oberschüler der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule den Expertenabend.Ob IT-Studiengänge, Medizin oder Rechtswissenschaften - viele Wege stehen denen offen, die in absehbarer Zeit die Reifeprüfung anstreben. "Um unseren Schülern nachhaltig bei ihrer Berufswahl zu helfen, holen wir Experten aus der Praxis ins Haus. Die können auf Fragen eingehen und aus dem eigenen Erleben den ein oder anderen Tipp geben", freut sich Lehrkraft Annette Leisten. "Besonders stolz sind wir darauf, dass auch ehemalige Schüler unter den Experten sind, und anderen auf dem Weg zur Entscheidung helfen. Schließlich wissen sie noch zu gut, wie es ihnen noch vor wenigen Jahren ging". Für diejenigen, deren Berufswunsch schon länger fest steht, war es aber auch die Gelegenheit, diesen mit Praktikern zu erörtern. So meinte die eher zierlich wirkende 19-jährige Hanna Theres Klapp aus der Zwölf: "Ich wollte schon immer Polizistin werden und das hat sich nach dem Gespräch mit Herrn Pagenkämper bestätigt - auch wenn er uns klar gemacht hat, dass die Wirklichkeit härter ist als jeder Krimi". Dass auch Ausbildungsberufe angehende Abiturienten reizen können, war nicht zuletzt Andreas Wiedenhoff zu verdanken, der über Veranstaltungstechniker und -kaufleute berichtete. Er betonte, dass bei ihm nur jemand eine Chance hat, der sich im Praktikum bewährt. Gute Noten setzt er voraus, ebenso wie eine Bewerbung ohne Rechtschreibfehler, "das geht nun wirklich nicht", sagte er streng und riet dazu, Bewerbung gegenlesen zu lassen. Mut machte Dr. Ulrich Müschenborn. Er empfahl jenen, die Medizin studieren möchten, aber deren Notendurchschnitt nicht ausreicht, ein Praktikum oder eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu absolvieren. Damit lasse sich die Wartezeit auf den Wunschstudienplatz überbrücken und schaffe eine Grundlage. Sein Credo: "Schließlich macht die tatsächliche Eignung und nicht ein Schnitt von 1,1 einen guten Arzt aus".

Quelle: DerWesten.de