Zehn hilfreiche Gebote für Jungredakteure

Westfälische Rundschau (WR) www.zeusteam.de
06.10.03

Zehn hilfreiche Gebote für Jungredakteure

"Ich soll einen Artikel schreiben? Wie denn? Wo denn? Was denn?" Klar, dass viele von Euch nicht auf Anhieb wissen, wie man Themen findet, in welcher Form man Geschichten darstellen kann oder worauf man beim Fotografieren achten sollte. ZEUS hilft: Einige Tipps hat Euch das Projektteam in den "zehn Geboten für ZEUS-Autoren" zusammengefasst.

1) Bildet Arbeitsgruppen von etwa drei Leuten. Im Rechercheteam macht die Reportertätigkeit mehr Spaß.

2) Schreibt nicht über das, was ihr gelesen habt, sondern über das, was ihr erlebt habt (oder wo ihr Leute befragen könnt, die etwas erlebt haben).

3) Alle Menschen, die im Text vorkommen, müssen einen Vor- und Nachnamen haben, dazu gehört die Funktion (Hausmeister, Geschäftsführerin), möglichst noch das Alter (es macht einen Unterschied, ob ein Motorradrennfahrer 24 oder 74 ist und eine werdende Mutter 13 oder 33).

4) Eine Telefonnummer für Rückfragen gehört unter jeden Text. Dazu die Namen der Autoren, die Klasse, Schule und u.U. der Lehrer, der mit euch an ZEUS teilnimmt.

5) Bilder gehören zu möglichst jedem Text, vor allem zu längeren Texten - hilfsweise (selbstgemalte) Karikaturen, kleine Comics oder ähnliches. Nehmt bei Terminen einen Fotoapparat mit. Es muss auf den Fotos vermerkt sein, wer es gemacht hat und wer darauf zu sehen ist. (Personen mit Vor- und Nachnamen von links nach rechts). Bei mehr als sieben Leuten reicht eine Sammelbezeichnung: Die Spieler der ersten Mannschaft vom VfL o.ä.. Digitalfotos in guter Qualität und möglichst in Farbe an die Redaktion liefern, am besten mailen. Bitte keine "Raubzüge" im Internet unternehmen; viele Bilder, die ihr online findet, sind urheberrechtlich geschützt. In Zweifelsfällen die Redaktion fragen.

6) Schreibt aktiv statt passiv. Statt: "Man hatte den Hahn vom Kirchturm geholt" zum Beispiel: "Dachdeckermeister Karl-Heinz Hövelhannes (53) holte den Hahn vom Kirchturm."

7) Verwendet wörtliche Rede: Statt: "Sie sagte, sie sei von ihrer Großmutter immer wieder geschlagen worden" zum Beispiel: "Die 15-jährige Christine erzählt: "Meine Großmutter hat mich immer wieder geschlagen".

8) Lest den Text nach dem Schreiben laut vor. Wenn ihr beim Vorlesen ins Stolpern kommt, tut es der Leser vermutlich auch. Also: Sätze vereinfachen.

9) Abkürzungen müssen erklärt werden, technische Dinge auch. Also: Stellt euch vor, ihr müsst der Großmutter erklären, wie ein MP3-Player funktioniert und was das ist. Aber: Dass MWS Maria-Wächtler-Schule heißen soll, wissen vermutlich nur die, die damit zu tun haben. Dem Leser muss man es sagen.

10) Nicht jeder Text muss eine Reportage sein. Wie wäre es mit einem Interview, einer Glosse, einem Kommentar? Übrigens: Auch und vor allem kurze, "knackig" geschriebene Texte sind gern gesehen in jeder ZEUS-Redaktion.

Von Stephan Hermsen, ZEUS-Projektredakteur in Essen