Technik-Kurs lässt Licht in den Arbeitsraum wehen

    WAZ
    Freitag, 20. Dez. 2002

    Technik-Kurs lässt Licht in den Arbeitsraum wehen

    Windkraftanlage auf dem Dach der Gesamtschule

    (c) Tanja Thies Die Bauherren und ihr Werk:
    Lehrer Wolfgang Dietel mit seinem Technik-Kurs vor den Windrädern.
    Foto: (c) Tanja Thies

    Wenn im Technik-Raum in der Gesamtschule das Licht angeht, kommt alles Gute mal wieder von oben. Genauer gesagt: von zwei Windrädern auf dem Dach. Planung und Aufbau dauerten ein gutes halbes Jahr - jetzt weihten die Schüler die Anlage offiziell ein.

    Natürlich musste der Technik-Kurs von Lehrer Wolfgang Dietel auch vorher nicht im Dunkeln sitzen. Aber nun können die Schüler mit vollem Heimwerkerstolz sagen, dass dies allein ihr Verdienst sei. Schließlich haben sie die neuen Zwölf-Volt-Lampen eigenhändig installiert. Die kommen normalerweise aus dem Wohnwagenbau, sind jetzt aber der verlängerte Arm der 1000-Watt-Windkraftanlage - zwei drei Meter hohe Windräder mit einem Propeller-Durchmesser von knapp über einem Meter. Den Strom speichern zunächst zwei große 260-Ampere-Batterien - sind die voll, könnte das Licht im Raum theoretisch 24 Stunden durchbrennen.

     

    Anlage bald auch auf Internet-Schulseiten

    Die Schüler, mittlerweile in der Jahrgangsstufe 12, haben das Projekt von A bis Z komplett selbstständig geplant und durchgeführt. Dazu gehörte auch das Einholen von Materialangeboten, eine genaue Dokumentation der Arbeit und eine PC-Präsentation, die demnächst auf den Internetseiten der Schule zu finden sein soll. Für Lehrer Dietel haben seine Schüler damit eine Vielseitigkeit bewiesen, die ihnen beruflich Perspektiven öffnet: "Genau das wird in der Wirtschaft ja heutzutage gefragt." Zeitgemäß war auch der Einsatz der Schülerinnen: Mit moderner "Selbst-ist-die-Frau"-Devise schnappten sie sich die Bohrmaschine und verlegten Kabel, während sie den männlichen Kursteil nach draußen aufs Dach schickten.

    Die Kosten der Anlage belaufen sich insgesamt auf knapp 5000 €. Bestritten werden sie aus dem Projekt "Fifty-Fifty", bei dem die Gesamtschule ihren Energieverbrauch reduziert und eingesparte Gelder anderweitig verwenden kann.

    jr

    19.12.2002