Solidarität auf dem Lehrplan: Kleider fürs Friedensdorf

WAZ, Sprockhövel, 20.01.2010, Kurt Bein

Schüler organisieren seit November Kleiderspende.

Fehlendes soziales Engagement kann man den Schülern von der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule des EN-Kreises wirklich nicht nachsagen. Seit einigen Jahren unterstützt die Bildungseinrichtung – wie auch die Evangelische Gemeinde Hiddinghausen mit ihrer Aktion „Waffeln statt Waffen” – die Arbeit des Friedensdorfs Oberhausen mit unterschiedlichen Aktionen.

Pünktlich um 8.45 Uhr warteten am Mittwoch Mädchen und Jungen voller Ungeduld auf den Kleinlaster aus Oberhausen. Für die Ladung, nämlich Kleidung, hatten sie gesorgt. Die Förderung sozialer Kompetenz durch nachhaltiges Engagement im sozialen Bereich ist Grundpfeiler des Schulprogramms und des Projekts „Friedensdorf”, erläutern die Lehrerinnen Mariette Kersting Amling und Gabriele Schmidt. „Im Unterricht in den Fächern Gesellschaftslehre und Wirtschaftslehre werden unsere Schüler immer wieder mit Themen wie Kinder einer Welt, Kinder in Kriegsgebieten oder dem Naturkatastrophen konfrontiert und reagieren mit großer Betroffenheit. Ziel ist es, über diese Betroffenheit hinaus Verantwortungsbereitschaft, Solidarität und persönliches Engagement bei den jungen Menschen zu wecken”, unterstreicht Pädagogin Amling. Das Friedensdorf Oberhausen holt seit 1967 kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, denen in ihren Heimatländern nicht mehr geholfen werden kann. Sie werden nach Deutschland gebracht und hier in Kliniken behandelt. Nach abgeschlossener medizinischer Versorgung und Rehabilitation im Friedensdorf kehren die Kinder in ihre Heimatländer zurück. Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10 b (schon im 6. Jahr aktiv in diesem Projekt) und der Klasse 9d haben in diesem Jahr eine Kleider- und Spielzeugsammlung durchgeführt. Die Aktion wurde schon im November am Tag des offenen Lernens gestartet.

Die Schüler verteilten Informationsbroschüren und warben auch in persönlichen Gesprächen bei den Eltern für die Unterstützung ihrer Aktion. Auch wenn die Spenden – vermutlich auch wegen des Wetters – in der letzten Woche zunächst eher spärlich eingingen, wurden seit Anfang dieser Woche von Eltern, Lehrern und Schülern große Mengen an Kleiderspenden, viele Spielsachen und sogar ein Fahrrad abgegeben. Mit dabei: „Oskar” - das Maskottchen, das vor einigen Jahren von einer Schülerin für diese Aktion gebastelt wurde.

Quelle: DerWesten.de