Brückenbauer im Ruhestand

WAZ, Sprockhövel, 03.02.2009, Von Harald Bertermann

Schüler und Lehrer der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule verabschieden den beliebten Pädagogen Hans-Peter Neumann nach fast 40 Jahren Schuldienst in den Ruhestand

Generationen von Schülern aus dem südlichen Kreisgebiet kennen ihn, Lehrer Hans-Peter Neumann wurde nach fast 40 Jahren Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet. Fotos: HB Die evangelische Kirche in Haßlinghausen war bis auf den letzten Platz gefüllt, darunter auch ehemalige Schüler. Foto: WAZ

 

Ein "Brückenbauer" verabschiedet sich. Nach fast vierzig Jahren Schuldienst wurde der Pädagoge Hans-Peter Neumann in einem Schulgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.

Seit der Gründung der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreises in Haßlinghausen im Jahr 1987 gehörte Hans-Peter Neumann dem Kollegium der Schule an. Neben evangelischer Religionslehre unterrichtete er die Fächer Deutsch und Wirt-schaftslehre.

Als Abteilungsleiter der Klassen 5 und 6 sowie zuletzt der Klassen 7 und 8 gehörte er der Schulleitung an. Auch als Vertrauenslehrer hat er das Schulleben in Haßlinghausen maßgebend mitgeprägt. Dass Hans-Peter Neumann nicht nur ein geschätzter Kollege, sondern auch bei den Schülerinnen und Schülern äußerst beliebt war, zeigte sich daran, dass die Kirche in Haßling-hausen am frühen Morgen bis auf den letzten Platz besetzt war.

Weil ihm der Glaube immer Orientierung gegeben habe, sei es ihm wichtig, dass am Ende seiner Dienstzeit ein Got-tesdienst stehe, sagte Neumann in seiner Begrüßungsrede und betonte gleichzeitig: "Das soll aber keine Neumann-Gedächtnis-Feier werden. Vielmehr sollt ihr, die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen."

Lehrer sind Brückenbauer. Die Religionskurse der Klassen 10 und die Klasse 6d hatten zusammen mit Pastor Mihai Imbria von der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef und Superintendent Manfred Berger von der evangelischen Gemeinde Haßlinghausen/Herzkamp den Gottesdienst unter dem Thema "Trau Dich! Die Brücke wird halten" vorbereitet. Um das Thema plastisch zu veranschaulichen, hatten die Schüler eine Hängebrücke quer durch das Kirchenschiff gespannt. Zudem nahmen sie in Lesungen, Anspielen und Liedvorträgen das Gottesdienstthema auf. Pfarrer Ber-ger betonte in seiner Ansprache, dass Brückenbauer eine große Verantwortung tragen und entsprechendes Fachwissen mitbringen müssen, wenn sie eine Brücke konstruieren und bauen wollen. Ebenso sei es wichtig, dass die Menschen, die eine Brücke benutzen, den Brückenbauern vertrauen. "Lehrer sind auch Brückenbauer. Sie bauen euch Schüle-rinnen und Schülern Brücken vom Kindsein zum Erwachsenwerden", hob Berger hervor und verdeutlichte anschließend, wie wichtig ein Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern ist. "Auch Jesus war ein Brückenbauer", machte Berger Schülern und Lehrern Mut, sich im Glauben an ihm zu orientieren.

"Wir finden es sehr schade, dass sie nicht mehr unser Lehrer sind, aber wir wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft", mit diesen Worten verabschiedeten sich am Ende des Gottesdienstes stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler zwei Jugendliche von ihrem beliebten Lehrer.

Quelle: DerWesten.de