Aktionstag 2015 - Zu Gast in der Oberstufe: Saraswati Albano-Müller und Prof. Dr. Makiko Hamaguchi-Klenner

Was bedeutet es, fremd in einer neuen Heimat zu sein? Was vereint Menschen unterschiedlichster Kulturen?  

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion zum Aktionstag gegen Rassismus der Jahrgangsstufe 13 (Q2). Die Schülerinnen und Schüler  begrüßten die beiden hochkarätigen Gäste Saraswati Albano-Müller, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Integrationspreises der Stadt Schwelm, und Prof. Dr. Makiko Hamaguchi-Klenner, Ruhr-Universität-Bochum, die sich in persönlichen und humorvollen Erzählungen den Fragen der angehenden Abiturienten stellten.

Am Beispiel der eigenen Biographien gaben sie Einblick in die Herausforderungen, die ein Einwanderer bewältigen muss,  und zeigten Grundhaltungen auf, die das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen erleichtern. Das Thema Fremdsein wurde dabei in vielfältiger, anschaulicher Weise beleuchtet.

Aufgewachsenen in gebildeten Elternhäusern, waren es die Väter der beiden, ein japanischer Diplomat und ein Mitarbeiter Gandhis, die ihre Töchter auf Bildungsreise in das ferne Europa schickten. Sie sollten das Fremde mit offenen Augen betrachten und den eigenen Horizont erweitern. Sie erlebten bald, dass das Leben in einer fremden Kultur eine große Herausforderung darstellt, da die erlernten Regeln des gesellschaftlichen Lebens in der neuen Umgebung nicht greifen. Kulturelle Gepflogenheiten wie das Halten des Bestecks, die angemessene Form der Begrüßung, es sind die alltäglichen, vertrauten Dinge, die neu erarbeitet werden müssen. Die Sprache ist dabei der Schlüssel zur Welt. Sie erschließt die fremde Kultur, Kommunikation ermöglicht Integration. Der stetige Prozess der Auseinandersetzung stellt auch die Frage nach der eigenen kulturellen Identität. Welche Traditionen und Werte meines Herkunftslandes sind mir wichtig und möchte ich bewahren? Bin ich ein Weltenbürger, der sich verschiedenen Kulturen zugehörig fühlt? Wie verhalte ich mich, wenn andere Menschen meine Fremdheit nicht verstehen?  Es sind einfache, aber lebenskluge Ratschläge, die an die aufmerksamen Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden. Ein Lächeln verbindet, eine warme Mahlzeit schlägt Brücken, öffnet die Tür zum Gespräch. Manchmal ist Mut gefragt, wenn man offener Feindseligkeit begegnet, manchmal hilft nur Wegrennen. Als Fremder ist man Gast, so die Referentinnen. Ein guter Gast respektiert seine Gastgeber und fügt sich ein. Gastfreundschaft bedeutet aber auch, dem Fremden mit Offenheit und Toleranz zu begegnen und die Grenzen des Anderen zu respektieren. So werden aus Fremden Freunde.

Martina Westermann